Die Grotten von Toirano beherbergen eines der faszinierendsten Karstsysteme Liguriens. Der Rundgang führt tief ins Innere des Berges, durch große Höhlenräume und Gänge, vorbei an Formationen, die im Laufe der Zeit langsam vom Wasser geformt wurden.
Doch ihre Bedeutung ist nicht nur geologischer Natur. In der Bàsura-Grotte wurden zahlreiche Spuren des Höhlenbären (Ursus spelaeus) gefunden, einer ausgestorbenen Art, die diese Höhlen während des Pleistozäns als Zufluchtsort nutzte.
Noch außergewöhnlicher sind die Spuren, die Menschen hinterlassen haben. Fuß-, Hand- und Knieabdrücke belegen die Anwesenheit von Homo sapiens in der Höhle vor etwa 14.000 Jahren.
Darunter wurden auch Spuren von Kindern entdeckt, ebenso wie Abdrücke, die durch das Berühren und Bearbeiten des weichen Tons an den Höhlenwänden entstanden: kleine Gesten, die uns Tausende von Jahren zurückversetzen und ein überraschend vertrautes Bild von Erwachsenen und Kindern vermitteln, die gemeinsam die Höhle erkundeten.
Während des Rundgangs weicht das wissenschaftliche Interesse immer wieder dem Staunen. Die Grotten öffnen sich zu immer größeren Räumen mit weiten natürlichen Sälen, vom Wasser geformten Wänden und Gebilden von überraschenden Formen und Dimensionen. Stalaktiten, Stalagmiten, Säulen und Kalkvorhänge scheinen jeden Winkel auszufüllen und bilden beeindruckende natürliche Architekturen.
An manchen Stellen steht man vor imposanten Höhlenräumen, die über Jahrtausende langsam vom Wasser geformt wurden. Der Blick wandert dabei immer wieder von der Decke zum Boden und folgt den Formen, Farben und Details.
Es ist einer jener Rundgänge, bei denen man ganz von selbst langsamer wird, innehält und den Formen des Gesteins die ganze Aufmerksamkeit überlässt.

